4-1 Louise Mailly

Louise-Julie de Mailly-Neslé
Comtesse de Mailly

(16.03.1710 - 1751)



Louise-Julie wurde am 16.03.1710 als älteste Tochter von Louis III. de Mailly, Marquis de Mailly-Neslé, Prinz von Oranien (27.02.1689-07.09.1767) und Armande Félice de la Porte-Mazarin (1691-1729), in Paris geboren.
Über ihre Mutter war Louise-Julie die Ur-Enkelin von 
Hortense Mancini, die eine Nichte des berühmten Kardinal Mazarin war.

Louise war eine von fünf Mailly-Neslé-Schwestern...

Louise-Julie (1710-1751),
Pauline-Félicité (1712-1741),
Diane-Adélaïde (1713-1760),
Hortense-Félicité (1713-1759), Dianes Zwillingsschwester,

Marie-Anne (1717-1744)

... von denen vier Schwestern (bis auf Hortense-Félicité) nacheinander die Mätressen von König Louis XV. waren.

Im Jahr 1726 wurde Louise mit ihrem Cousin 2. Grades, Louis Alexandre de Mailly-Nesle (1694-1748), Hauptmann der schottischen Garden, verheiratet.

Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1729, erhielt Louise mit Unterstützung ihrer Schwiegermutter eine Stellung als Ehrendame der Königin. Dort begegnete sie schließlich dem König, der auf sie und ihr ansteckendes Lachen aufmerksam wurde. Er lud sie daraufhin zu den täglichen Vergnügungen seiner Vertrauten Madame de Toulouse ein.
Doch Louis XV. war mit seinen 19 Jahren noch zu schüchtern und reserviert im Umgang mit Frauen - das Resultat der strengen Erziehung durch den Kardinal Fleury. Louise zeigte Geduld, nutzte die unbeschwerte Zeit, um Louis näher kennen zu lernen und verliebte sich aufrichtig in ihn. Der König selbst lernte durch das Glück, dass er in Louises Gegenwart empfand, selbstsicherer aufzutreten. Dies fiel dem ganzen Hof, einschließlich der der Königin, auf und man munkelte, es gäbe da eine Geliebte. Doch, wer das war, wusste man nicht.

Im Jahr 1732 machte der König Louise schließlich zu seiner Mätresse. Die Verbindung wurde allerdings weiter geheimgehalten.
Erst 1737, nach der Geburt des letzten Königskindes (
Madame Louise) im Sommer und einer Fehlgeburt der Königin im Herbst, beschloss der König, seine Geliebte nicht länger zu verbergen. Louise wurde also als maîtresse-en-titre offiziell vorgestellt und erhielt ein eigenes Appartement in Versailles.
Einen Skandal gab es nicht, es rechnete mitterweile wohl ein jeder damit. Außerdem merkte man, wie wohltuend diese Beziehung für den König war.

Louise zog es vor, ihre Stellung als königliche Mätresse nicht für einen politischen Einfluss zu nutzen, wie es ihre Schwester Marie-Anne später als Mätresse tat.
Stattdessen lebte sie zurückgezogen und diskret, fernab vom höfischen Intrigenspiel, und wurde eine Vertraute der 
Königin Marie Leszczyñska.

Im Frühjahr 1739 bekam Louise mehrere Briefe von ihrer jüngeren Schwester Pauline-Félicité, die aus Kostengründen in einem Kloster lebte. Pauline bat ihre Schwester, sie aus dem Kloster zu sich an den Versailler Hof zu holen.
Doch kaum erschien Pauline bei Hofe, verliebte sich der König augenblicklich in sie. Zwar behielt Louise vorerst den Titel der offiziellen Mätresse, doch die Liebe des Königs gehörte längst Pauline. Und so wurde Louise 1739 schließlich von ihrer eigenen Schwester als Mätresse verdrängt.

Pauline wurde 1741 schwanger. Die Schwangerschaft war derart schwierig, dass Pauline dem König nicht mehr zur Verfügung stehen konnte. Dieser langweilte sich schnell und suchte nach Ablenkung bei der dritten Mailly-Schwester: Diane-Adélaïde.
Louise kümmerte sich währenddessen um die geschwächte Pauline, die am 02.09.1741 einen gesunden Jungen zur Welt brachte. Pauline selbst starb nur wenige Tage nach der Geburt des Kindes, in der Nacht vom 08. zum 09.09.1741.

Durch die gemeinsame Trauer entflammte zwischen dem König und Louise erneut die Leidenschaft und Anfang 1742 war die Bindung der beiden enger denn je zuvor.
Doch in ihrem Glück wurde Louise erneut leichtsinnig, holte die restlichen beiden Schwestern, Hortense und Marie-Anne, zu sich und bat für diese um Stellen als Palastdamen der Königin.
Prompt verfiel Louis XV. ihrer jüngsten Schwester Marie-Anne. Und nachdem der König Marie-Anne jeden Wunsch von den Augen las, ging diese aufs Ganze: sie wollte keinesfalls die Liebe des Königs teilen und verweigerte sich diesem daher zunächst. Und so wurde die gutmütige Louise de Mailly am 03.11.1742 auf Wunsch ihrer jüngsten Schwester des Hofes verwiesen.
Gekränkt von der Kaltherzigkeit ihres langjährigen Geliebten und Freundes zog sich Louise daraufhin erst nach Rambouillet, später nach Paris zurück.

Louise Julie starb 1751 verarmt und in Frömmigkeit lebend in Paris.

 

 

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