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Charles de Bourbon
Duc de Berry 

(31.08.1686 - 05.05.1714)

Charles de Berry (1700, Joseph Vivien) 



Charles de Bourbon kam am 31. August 1686 in Versailles als dritter und jüngster Sohn des Thronfolgerpaares Louis de Bourbon (Le Grand Dauphin) und Maria-Anna von Bayern zur Welt.

Er wurde noch am Tag der Geburt im Zimmer seiner Mutter von Pierre IV du Cambout de Coislin, Bischof von Orléans und Großalmosenier von Frankreich, notgetauft.
Am 18.01.1687 erfolgte die ordentliche Taufe des Prinzen, gemeinsam mit den beiden älteren Brüdern, in der königlichen Kapelle von Versailles.
Charles' Taufpaten waren 
Philippe II d'Orléans, der spätere Régent, und die Grande Mademoiselle Anne Marie Louise d'Orléans.

  
 
 

Der junge Charles de Berry (links) neben seinem älteren Bruder
Philippe d'Anjou (später Philippe V von Spanien), bei einem Spiel mit dem
Prince de Galles und dem Comte de Brionne (1684, Antoine Trouvain)

Am 06.07.1710 heiratete Charles Marie Louise Elizabeth d'Orléans in Versailles. Sie war die Tochter von Philippe II. d'Orléans, Charles Taufpate, und dessen Frau Françoise Marie de Bourbon.
Aus der Ehe gingen 
drei Kinder hervor, die jedoch bereits im Kindesalter verstarben.

Das Verhältnis zwischen Charles und seiner Gemahlin war kein gutes. Die Duchesse de Berry betrog ihren Gatten offen und plante gar, mit ihrem Geliebten La Haye nach Holland zu fliehen.
Auch Charles betrog seine Gemahlin - wenige Monate nach seinem Tod brachte eine Kammerfrau der Duchesse sein uneheliches Kind zur Welt.

Charles de Berry war als Frohnatur und sehr großzügig bekannt. Liselotte von der Pfalz, die Großmutter seiner Gattin, nannte ihn liebevoll «Berry-Bon Cœur».
Er liebte seine beiden älteren Brüder aufrichtig und gab öffentlich zu, diese nicht um ihre brillanten Karrieren zu beneiden - während der älteste dazu bestimmt war, einmal Frankreichs König zu werden, war der zweite als König von Spanien vorgesehen.

 

Im Jahr 1713 rückte Berry plötzlich in der Thronfolge an die 2. Stelle, hinter seinen kleinen Neffen Louis d'Anjou, der später als Louis XV. König wurde:
1711 war der Grand Dauphin, Berrys Vater, an den Pocken gestorben; nur ein Jahr darauf starb Berrys ältester Bruder, der neue Dauphin 
Louis de Bourbon, während einer Masern-/Scharlach-Epidemie.
Nachdem sein zweitältester Bruder, 
Philippe d'Anjou, im Jahr 1700 König von Spanien geworden war (offiziell anerkannt ab 1713), stand Charles de Berry also in der Thronfolge auf Rang 2.
Louis XIV. sah ihn bereits als Regent für den minderjährigen Thronfolger vor.

 

Doch ein weiteres tragisches Unglück traf kurz darauf das Königshaus:
Charles erlitt am 04.05.1714 einen Reitunfall während der Jagd in Marly-le-Roi und erlag wenig später, am 05.05.1714, seinen schweren Verletzungen.
Noch am selben Tag wurde seine Leiche in die Tuilerien nach Paris überführt.
Charles de Berry wurde am 16.07.1714 in der Basilika Saint-Denis beigesetzt.



Sonstige Infos zu Charles de Berry:


          

 

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