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Die Französische Revolution:

Überblick über die Ereignisse



 

Phase 1: 1789 - 1791
Phase 2: 1792 - 1794
Phase 3: 1795 - 1799



1789 - 1791  ~  Die gemäßigte Phase
Freiheit! Gleichheit! Brüderlichkeit!


1787

Febr.-Mai

Erste Notabelnversammlung zur Behebung der Finanzkrise des Ancien Régime.

16.7.

Das Pariser Parlament fordert die Einberufung der Generalstände.


1788

8.8.

Die Generalstände werden für den 01.05.1789 einberufen.

25.9.

Das Parlament fordert die Zusammensetzung der Generalstände nach dem Muster von 1614.

27.12.

Entscheidung im Staatsrat über die Verdopplung der Abgeordneten des Dritten Standes.


1789

Jan.

Erklärung des Abbé Siéyès "Was ist der Dritte Stand?":

Was ist der Dritte Stand?
- Alles.
Was ist er bisher in der politischen Ordnung gewesen?
- Nichts.
Was fordert er?
- Darin etwas zu werden.

5.5.

Zusammentreten der Generalstände in Versailles.

Verteilung der Abgeordneten:
Der Erste Stand verfügt über 291, der Zweite Stand über 270 und der Dritte Stand über 578 Abgeordnete. Jeder Stand hat nur eine einzige Stimme.
Die Vertreter des Dritten Standes fordern das Abstimmen nach Köpfen, anstatt nach Ständen.

4.6.

Tod des Thronfolgers Louis Joseph:
Der 7-jährige Dauphin erlag am 4. Juni einer schlimmen Krankheit. Der König brach zusammen, als sein Sohn starb.
Da gleichzeitig eine Audienz mit dem Dritten Stand geplant war, bat der König die Delegierten, die Audienz um einige Tage zu verschieben, um in Ruhe trauern zu können.
Man lehnte ab, worauf Louis XVI. verzweifelt rief: "Gibt es denn keine Väter in dieser Versammlung ?"

12.6.

Nach ergebnislosen Debatten und der Erklärung des Abbé Siéyès "Was ist der Dritte Stand?", schließen sich einige Anhänger des volksnahen niederen Klerus' dem Dritten Stand an.

17.6.

Die Vertreter des Dritten Standes erklären sich zur Nationalversammlung und damit zur alleinigen Vertretung der Nation - der Beginn der Revolution !

20.6.

Ballhausschwur.
Die Abgeordneten des Dritten Standes sowie einige Vertreter des Adels und des Klerus' geloben im Versailler Ballsporthaus (Salle du Jeu de Paume), "sich niemals zu trennen, bis der Staat eine Verfassung hat".

23.6.

Der König fordert die Abgeordneten, die sich am "Ballhausschwur" beteiligt hatten, auf, wieder im Rahmen ihrer jeweiligen Stände die Gespräche fortzuführen. Die Abgeordneten widersetzen sich; der König unternimmt nichts.
Die billigende Haltung des Königs veranlasst nun die Mehrheit der Abgeordneten des Adels und des Klerus', sich ebenfalls der Nationalversammlung anzuschließen.
Der Rest wird schließlich am 27.6. vom König selbst dazu aufgefordert.

25.6.

Einführung der Pressefreiheit.

27.6.

Zusage des Königs, dass die Nationalversammlung tagen darf.

9.7.

Erklärung zur "Verfassunggebenden Nationalversammlung". Die Abstimmung erfolgt von nun an nach Köpfen, nicht mehr nach Ständen.

11.7.

Absetzung des beliebten Finanzministers Jacques Necker (1732-1804).
Zudem zieht der König seine Truppen in Versailles zusammen, was die Nationalversammlung als Drohung ansieht.

12.7.

Die Nachricht von Neckers Entlassung erreicht Paris und sorgt für Unruhen. Im Palais Royal ruft Camille Desmoulins die Pariser zu den Waffen auf.

13.7.

Errichtung einer revolutionären Stadtverwaltung in Paris sowie Errichtung der Nationalgarde.

14.7.

Sturm auf die Bastille, dem Symbol der Zwangsherrschaft. Anschließend werden die Köpfe der Bastille-Besatzung auf Piken zum Hôtel de Ville gebracht.

16.7.

Necker wird vom König in sein Amt zurückgerufen.
Die Truppen, die der  König zu sich beordert hatte, werden vorerst zurückgezogen.
Louis XVI. sichert der Nationalversammlung seinen Schutz zu.
Jean-Sylvain Bailly, Vorsitzender der Nationalversammlung und Leiter der Ballhaussitzung vom 20.06., wird Bürgermeister von Paris.
General Lafayette wird Befehlshaber der Nationalgarde.

17.7.

morgens:
Der Comte d'Artois (Bruder des Königs) verlässt als erster Emigrant das Land. Aber auch die Freundin der Königin, Madame de Polignac, verlässt mit ihrer Familie das Land.

 

Hôtel de Ville:
Die neue Regierung von Paris empfängt den König. Dieser lässt sich als Zeichen der Billigung der Geschehnisse die blau-weiß-rote Kokarde an den Hut stecken, worauf er vom Volk gefeiert wird.
Dabei stellen die Farben Blau und Rot die Farben der Stadt Paris dar; Weiß steht steht für die Farbe der Bourbonen. Die heutige Fahne Frankreich (Tricolore) trägt eben diese Farben.

 

Beginn der Bauernaufstände in ganz Frankreich mit massiven bäuerlichen Angriffen auf Schlösser und Klöster, um die Grundherren zum Verzicht ihrer feudalen Rechte zu zwingen. Die Schlösser der Adligen sowie deren Besitzurkunden werden verbrannt - die Bauern fordern eigenes Land.
Die massiven Übergriffe auf den Adel führen zur Massen-Emigration des Adels aus Angst ("Grand Peur").

4.8./5.8.

Als Reaktion auf die Bauernaufstände schafft die Nationalversammlung schafft die Vorrechte von Adel, Klerus, Städte und Provinzen ab - das ist das Ende des ständestaatlich organisierten Ancien Régime.

26.8.

Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte.

30.9.

Dem König steht nunmehr nur noch ein aufschiebendes Veto-Recht zu, die Gesetzgebung obliegt nun der Nationalversammlung.

1.10.

Louis XVI und Marie Antoinette geben ein königliches Bankett für das vom König nach Versailles beorderte flandrische Regiment (Garde du Corps). Während des Festes zertreten die Offiziere die blau-weiß-rote Kokarde mit ihren Stiefeln - Paris reagiert erbost und enttäuscht.

5.10.

Marsch der Pariser Marktfrauen nach Versailles.
Die Pariser Fischweiber wollen direkt beim König Brot und die Senkung der Getreidepreise einfordern. Die Ereignisse vom Bankett schüren die Wut der Anwesenden. Der König unterstützt die Forderung und sorgt für Ruhe. Dennoch bleibt die Belagerung bis zum nächsten Tag bestehen.

6.10.

Eine am Vormittag neu aufgekochte Wut führt zur Stürmung des Versailler Schlosses, u.a. wollen die Frauen die Königin ermorden. Marie Antoinette zeigt sich auf dem Balkon und verbeugt sich vor dem Pöbel. Der Hass gegen die Königin schlägt augenblicklich in Jubel um.
Die Königsfamilie verlässt anschließend für immer das Versailler Schloss und zieht mit der Nationalversammlung nach Paris um ("Wir bringen den Bäcker, die Bäckersfrau und den Bäckerjungen").
Die Königliche Familie bewohnt von nun an den Tuilerienpalast.

 

Gründung des Jakobinerklubs in Paris.

2.11.

Der Kirchenbesitz wird verstaatlicht.

19.12.

Einführung des Papiergeldes (Assignaten) zum Ausgleich der Staatsfinanzen.

22.12.

Errichtung der Départements anstelle der bisherigen historischen Provinzen.

« Bilder des Jahres 1789 »


1790

März Maximilien de Robespierre wird Vorsitzender des Jakobinerklubs.
21.3. Abschaffung der verhassten Salzsteuer (Gabelle).
27.4. Gründung des "Club des Cordeliers" (Mitglieder: u.a. Marat, Danton, Desmoulins, Hébert).
19.6. Abschaffung des Adels.
3.7. Die Königin trifft im Jardin des Tuileries heimlich den Comte de Mirabeau.
12.7. Zivilverfassung des Klerus': Geistliche werden zu Staatsbeamten.
14.7. "Förderationsfest" auf dem Champ de Mars anlässlich des ersten Jahrestages der Erstürmung der Bastille.
6.9. Abschaffung der Parlamente.
31.10. Aufhebung der Binnenzölle.
27.11.

Der Klerus wird zum Eid auf die Verfassung verpflichtet. Doch 
nachdem Papst Pius VI. diesen Eid bei Strafe der Exkommuni-kation verbot, leisten nur etwa die Hälfte der frz. Geistlichen den Eid auf die Verfassung.

29.11. Gesetz gegen die eidverweigernden Priester.

« Bilder des Jahres 1790 »


1791

Febr. Königin Marie Antoinette bittet ihren Bruder, Kaiser Leopold II. (HRR), um umgehendes Einschreiten gegen die Revolution.
20.2. Auf Anraten des Königs fliehen dessen Tanten Ende Februar aus ihrem Schloss Bellevue und verlassen Frankreich in Richtung Italien - gerade noch rechtzeitig, bevor eine wütende Menschenmenge das Schloss Bellevue stürmt.
2.3. Gewerbe- und Berufsfreiheit.
2.4. Der Comte de Mirabeau, inoffizieller Berater des Königs und Vermittler zwischen diesem und dem Volk, stirbt.
18.4. Die Nationalversammlung versagt der Königlichen Familie den alljährlichen Osterausflug nach St.-Cloud - dies wird u.a. als Auslöser für die spätere Flucht der Königsfamilie gesehen.
26.5. Der Louvre - ehemalige Residenz der Könige - wird zum Museum bestimmt.
20.6. Die Königliche Familie flieht in der Nacht zum 21.6. aus Paris. Das Ziel ist Metz, wo königstreue Truppen die Königsfamilie erwarten.
21.6. In Sainte-Menehould erkennt Drouet, der Sohn des Postmeisters, den König und schlägt Alarm. In Varennes wird die Königskutsche gestoppt, die Flucht ist gescheitert.
22.6. Rückreise der Königsfamilie nach Paris; Ankunft am 25.6.
Die Begeisterung, die die Königsfamilie noch im Oktober 1789 bei ihrem Umzug nach Paris erfuhr, war nun verhallt, Enttäuschung und Schweigen herrschen vor.
14.7. Erste Großdemonstration auf dem Champ de Mars zur Sammlung von Unterschriften für die Absetzung des Königs.
16.7. Die gemäßigten Feuillants verlassen den Jakobinerklub.
17.7. Auf dem Champ de Mars findet die zweite Großdemonstration zur Sammlung von Unterschriften für die Absetzung des Königs statt. General Lafayette lässt diese Versammlung von der Nationalgarde gewaltsam auseinandertreiben, es kommt zu einem Massaker auf dem Marsfeld. Der einst beliebte Lafayette verliert entgültig seine Popularität - und mit ihm die gemäßigte Seite der Revolutionäre, was ein Erstarken der Radikalen fördert.
27.8. "Pillnitzer Deklaration" von Kaiser Leopold II. (HRR) und König Friedrich Wilhelms II. von Preußen zugunsten der frz. Monarchie.
Sept. Als Reaktion auf die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte vom 26.08.1789 - deren Rechte und Pflichten nur Männern galten, Frauen jedoch weiterhin ausschlossen - verfasst die französische Rechtsphilosophin und Schriftstellerin Olympe de Gouges (1748-1793) die "Déclaration des droits de la femme et de la citoyenne" (Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin). Sie fordert darin die völlige Gleichstellung der Frau mit dem Mann.
Da die Frauen weiter ausgeschlossen werden, hält de Gouges die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte öffentlich für illegitim. Im Sommer 1793 wird man de Gouges verhaften und als "politisch andersdenkend" zum Tode verurteilen (Hinrichtung am 03.11.1793).
3.9.

Verabschiedung der "Verfassung des 3. September 1791" - Frankreich wird zu einer konstitutionellen Monarchie:
« Die französische Verfassung von 1791 »

14.9. König Louis XVI schwört den Eid auf die Verfassung.
27.9. Gleichstellung der Juden.
1.10. Zusammentritt der neu gewählten Gesetzgebenden Nationalversammlung.
11.11. Louis XVI lehnt zwei Dektrete ab, nach denen Monsieur, sein Bruder, nach Frankreich zurückkehren solle und zudem alle Emigranten, die man sonst als Verdächtige erklärt.
Um Bruder und Freunde, die sich im Ausland in Sicherheit befinden, zu schützen, macht der König hier von seinem Veto-Recht Gebrauch, wohlwissend, dass sich dies für sein eigenes Ansehen negativ auswirkt.

« Bilder des Jahres 1791 »



1792 - 1794  ~  Die radikale Phase
"Die Revolution  frisst ihre eigenen Kinder"

(Pierre Vergniaud, 1753-1793)


1792

1.3. Tod des Kaisers Leopold II., Bruder von Königin Marie Antoinette - Nachfolger wird Leopolds Sohn Franz II.
10.3. Die Princesse de Lamballe, Freundin der Königin und bereits sicher nach England emigriert, kehrt nach Paris an die Seite der Königlichen Familie zurück.
20.3. Die Nationalversammlung bestimmt die Guillotine zum einzigen Tötungsinstrument bei Hinrichtungen.
24.3. Die Girondisten ziehen erstmals in die Regierung ein.
20.4. Kriegserklärung an Österreich.
Das Königspaar, welches diesem Krieg zustimmte, hoffte auf eine schnelle Niederlage der Franzosen und einen anschließenden Einfluss der europäischen Staaten, als möglicherweise einzige Chance der Wiederherstellung der Monarchie.
29.5. Die Nationalversammlung veranlasst die Auflösung der Königlichen Leibgarde.
13.6. Louis XVI entlässt die Girondisten aus der Regierung.
20.6. Erster Tuileriensturm.
König Louis XVI setzt zur Beschwichtigung die Jakobinermütze auf und beendet damit die Unruhen.
11.7. Preußen tritt in den Krieg gegen Frankreich ein.
25.7. Das Manifest des Herzogs von Braunschweig mit der Drohung, Rache zu nehmen, falls der königlichen Familie etwas geschehe (am 1.8. in Paris bekannt gegeben), sorgt für eine große Wutwelle gegen das Königspaar.
Der Herzog beabsichtigt zwar die Rückbesinnung der Franzosen auf ihre Monarchie, doch bewirkt er mit dieser Drohung das genaue Gegenteil.
30.7.

Die von Paris angeforderten Marseiller Truppen erreichen die Hauptstadt.

 

Seit Anfang Juli kursieren Gerüchte, dass man die Ermordung des Königs plant; die Königliche Familie sieht sich nun täglich dieser Gefahr ausgesetzt.

3.8. 47 von 48 Sektionen von Paris verlangen die Absetzung des Königs.
8.8. Die vom König zum Schutze der Königlichen Familie angeforderte Schweizer Garde erreicht die Tuilerien.
10.8. Zweiter Tuileriensturm.
Die Königsfamilie flieht in die Nationalversammlung.
Louis XVI wird suspendiert, die Monarchie ist am Ende.
11./12.8. Verkündung des allgemeinen Wahlrechts.
13.8. Die Königliche Familie wird im Temple inhaftiert.
19.8. Die Königin wird im Temple von ihrer treuen Freundin, der Princesse de Lamballe, getrennt. Die Princesse wird derweil ins La Force-Gefängnis gebracht.
2.-6.9. Septembermorde in Paris.
Wütende Volksmengen stürmen die Pariser Gefängnisse und ermorden dort all jene, die als Revolutionsfeinde angesehen werden, u.a. am 3.9. auch die Princesse de Lamballe
Es sterben zwischen 1.100 und 1.400 Gefangene.
20.9.

Kanonade von Valmy.
Die frz. Revolutionsarmee geht erfolgreich gegen die Truppen der anti-revolutionären Allianz vor.

Dieser Sieg der Franzosen bringt die Wende im Krieg gegen die europäischen Gegner. Die Franzosen rücken bis 1792 bis nach Mainz vor und nehmen gar die österreichischen Niederlande ein.
Zwischenzeitlich steht ganz Europa im Krieg gegen Frankreich. In 1793 werden die Franzosen ihre Gebietsgewinne wieder verlieren.

21.9. Zusammentritt des neugewählten Nationalkonvents
  Abschaffung der Monarchie.
Die zunehmende Gewalt der vergangenen Wochen vertrieb nach und nach die Anhänger der Monarchie. Frankreichs Führung wurde spürbar radikaler.
22.9. Ausrufung der (Ersten) Republik und Einführung des Republikanischen Kalenders.
6.11. Sieg der Franzosen in der Schlacht von Jemappes (Belgien) über die Österreicher.
Nov. Gegen Ende des Monats kommt im Konvent die Frage auf, wie mit dem abgesetzten König (nunmehr Bürger Louis Capet) weiter zu verfahren ist.
In einem Geheimschrank des Königs in den Tuilerien wurde eine belastende Korrespondenz mit Emigranten und revolutionsfeindlichen Fürsten entdeckt - ein Hochverratsprozess ist unvermeidlich.
11.12. Beginn des Prozesses gegen Louis Capet (ehemals Louis XVI.) und erste Anhörung. Während des Prozesses (bis 20.01.1793) darf er seine Familie nicht sehen.
26.12. Zweite Anhörung des Königs.

« Bilder des Jahres 1792 »


1793

16.-18.1. Todesurteil gegen den König.
Mehrheitlich wird beschlossen, dass sich der König der Verschwörung gegen die Freiheit schuldig gemacht habe.
Louis XVI wird zum Tode verurteilt, die Hinrichtung auf den 21.01.1793 festgelegt.
Die Entscheidung fällt mit 361:360 Stimmen gegen den König aus. Das Urteil lässt keinen Aufschub zu; ein schriftliches Aufschub-Ersuchen des Königs um 3 Tage wird abgelehnt.
20.1. Louis XVI darf endlich seine Familie wiedersehen und nimmt gleichzeitig Abschied von ihr.
21.1.

10:22 Uhr - Hinrichtung des Königs auf der Place de la Révolution.

Marie Antoinette kniet vor ihrem kleinen Sohn Louis-Charles nieder und grüßt diesen als neuen König Louis XVII von Frankreich.

10.3. Beginn des "Aufstands der Vendée" - bewaffneter Aufstand der royalistischen Landbevölkerung gegen die Revolutionstruppen (bis 1796).
  Errichtung des Revolutionstribunals in Paris.
18.3. Niederlage der Revolutionstruppen gegen Österreich bei Neerwinden.
31.3. Räumung Belgiens durch die Franzosen.
6.4.

Gründung des Wohlfahrtsausschusses - zur "Abwehr innerer und äußerer Feinde der Revolution" - als Organ der Diktatur der Jakobiner und gleichzeitig Aufhebung der Gewaltenteilung.
Danton wird Erster Vorsitzender des Wohlfahrtsausschusses: "Seien wir schrecklich, damit das Volk es nicht zu sein braucht!"

4.5. "Kleines Maximum-Gesetz" mit der staatlichen Festsetzung der Lebensmittelpreise.
31.5. Aufstand der Jakobiner und Ausschluß der Girondisten aus dem Konvent. Beginn der Jakobinerherrschaft.
2.6. Entmachtung der Girondisten durch die Nationalgarde. Es folgen Verfolgung und Verhaftungen der Girondisten, denen die Jakobiner die Niederlagen im Krieg vorwerfen.
3.7. Der kleine Louis XVII wird von seiner Mutter getrennt und in die Obhut des Schusters Antoine Simon gegeben.
Man möchte so den Einfluss Marie Antoinettes auf den Jungen unterbinden. Stattdessen erhält er bei Simon eine "Umerziehung zum Revolutionär" - Louis XVII verkümmert nach und nach unter der Obhut des Schusters.
13.7. Ermordung Marats durch Charlotte Corday (Adlige und Anhängerin der Girondisten).
17.7. Hinrichtung der Charlotte Corday.
27.7. Maximilien de Robespierre wird Vorsitzender des Wohlfahrtsausschusses.
1.8. Überführung der Königin in die Conciergerie; Tochter Marie-Thérèse (Madame Royale) verbleibt bei ihrer Tante, Madame Elisabeth, im Temple.
6.8. Revolutionäre schänden die Königsgräber in der Basilika St.-Dénis und werfen die königlichen Gebeine in die Seine.
23.8. Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und Mobilisierung der Bevölkerung (levée en masse).
5.9.

Offizieller Beginn der "Terrorherrschaft" (Le Terreur). In Robespierres Vorstellung müsse das Volk durch Vernunft geleitet und die Feinde des Volkes durch Terror beherrscht werden.

Robespierres Terreur fordert um die 35.000 bis 40.000 Tote.

17.9. Erweiterung der Befugnisse des Revolutionstribunals. Die Verhaftung beliebiger Verdächtiger wird durch das "Gesetz über die Verdächtigen" legalisiert.
Es gilt das Prinzip: schuldig bis zum Gegenbeweis (anstatt dem heutigen Prinzip der Unschuld bis zum Gegenbeweis).
29.9. "Maximum-Gesetz" mit Festsetzung der Lebensmittel-Höchstpreise.
5.10.

Einführung des "Zweiten Republikanischen Kalenders" (rückwirkend ab 22.09.1792). Dieser Revolutions-kalender galt bis Ende 1805.

  Gegen die ehemalige Königin von Frankreich, Marie Antoinette, wird nunmehr Anklage erhoben; es werden hastig Zeugen und Beweismaterial "vorbereitet".
10.10. Errichtung der "Revolutionären Regierung", die für den Wohlfahrtsausschuss uneingeschränkte Vollmacht bedeutet.
12.10. Heimliches Verhör der Königin.
Hermann, der Vorsitzende des Revolutionstribunals, lässt Marie Antoinette  um 6:00 Uhr morgens zu einem geheimen Verhör vorladen - als Vorbereitung für die Verhandlung am 14.10., 8:00 Uhr.
14.10. Der Prozess gegen Königin Marie Antoinette beginnt.
16.10. Todesurteil gegen die Königin.
Die Königin wird am frühen Morgen zum Tode durch die Guillotine verurteilt. Die Hinrichtung wird für den Vormittag desselben Tages festgesetzt.
In ihrer Zelle schreibt Marie Antoinette ihren berühmten Abschiedsbrief an ihre Schwägerin Madame Elisabeth.
  11:00 Uhr - Hinrichtung der Königin auf der Place de la Révolution.
24.10. Erste Todesurteile gegen Girondisten; die Hinrichtungen finden am 31.10. statt.
7.11. Der Erzbischof von Paris, Gobel, wird vor dem Konvent zum Abdanken genötigt (er stirbt am 13.04.1794 unter der Guillotine).
Die Kathedrale Notre Dame wird zum "Temple der Vernunft".
4.12. Verfassung der "Revolutionsregierung".
18.12. Napoléon Bonaparte (Artilleriehauptmann) wird nach der Rückeroberung Toulons (seit 1792 von England belagert) zum Brigadegeneral befördert.
19.12. Einführung der Schulpflicht und des kostenlosen Schulunterrichts.

« Bilder des Jahres 1793 »


1794

4.2. Abschaffung der Sklaverei in den Kolonien.
15.2. Die Trikolore wird zur Nationalflagge.
14.-25.3. Verhaftung und Hinrichtung der Hébertisten.
30.3. Robespierre lässt Danton und Desmoulins als Revolutionsgegner verhaften, da sie den Terreur beenden wollten.
5.4. Hinrichtung Dantons und dessen Anhänger.
7.5. Einführung des von Robespierre geleiteten "Kultes des Höchsten Wesens".
8.6. "La Fête de l'Etre suprême" (dt.: "Das Fest des Höchsten Wesens") in den Tuilerien und auf dem Marsfeld.
10.6.

"La Grande Terreur" - der Große Terror - beginnt !
Das neue Terrorgesetz erlaubt die Verhängung der Todesstrafe auf bloßen Verdacht hin.
Robespierre lässt etwa 2.500 seiner Gegner hinrichten.

26.6. Sieg der Revolutionsarmeen über die Österreicher im Ersten Koalitionskrieg.
26.7. Da seit Robespierres Großem Terror jeder jederzeit als Verdächtiger gelten kann, wächst die Furcht vor dem Fallbeil. Man wendet sich gegen Robespierre.
Dieser, politisch in die Enge getrieben, eröffnet vor dem Konvent sein politisches Testament, ohne Namen zu nennen.
27.7.

"9. Thermidor II".
Thermidoraufstand: Robespierre, Saint-Just und ihre Anhänger werden im Hôtel de Ville gestellt und verhaftet.

Der Terreur hat ein Ende.

28.7. Hinrichtung Robespierres, Saint-Justs und ihrer Anhänger.
24.8. Aufhebung der Revolutionskomitees und der revolutionären Stadtverwaltung von Paris (Commune).
18.9. Der Konvent beschließt die Trennung von Staat und Kirche.
11.11. Schließung des Pariser Jakobinerklubs.
24.12. Aufhebung der Maximum-Gesetze und der Maßnahmen zur Lenkung der Wirtschaft.

« Bilder des Jahres 1794 »



1795 - 1799  ~  Napoléon Bonaparte
"Bürger, die Revolution ist beendet"

(Napléon Bonaparte)


1795

1.4. Hungerunruhen der Sansculotten in Paris gegen den Nationalkonvent werden unblutig beendet.
5.4. Ausscheiden Preußens aus der Koalition im "Frieden von Basel".
8.6. Tod des kleinen Louis XVII im Temple (Tuberkulose).
Zwar ist die Monarchie abgeschafft, unter den Royalisten gilt jedoch nun der Comte de Provence, der Onkel des Toten, als neuer König (Louis XVIII).
14.7. Die "Marseillaise" wird die Nationalhymne Frankreichs.
22.7. Ein Aufstand der royalistischen Chouans in Quiberon wird beendet; Frieden zwischen Frankreich und Spanien.
22.8. Verkündung der Verfassung des Jahres III (Direktoriumsverfassung).
23.9. Die neue Verfassung tritt in Kraft.
5.10. Napoléon Bonaparte schlägt in Paris eine royalistische Erhebung nieder.
26.10. Die Direktoriumsverfassung tritt nach Volksabstimmung in Kraft.
31.10. Wahl des Ersten Direktoriums.
Dez. Madame Royale, Tochter des hingerichteten Königspaares, wird aus dem Temple-Gefängnis entlassen und im Austausch gegen französische Kriegsgefangene bei Basel an die österreichische Verwandschaft übergeben.

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1796

9.3. Napoléon Bonaparte heiratet Joséphine de Beauharnais.
12.3. Ernennung Napoléons zum Oberbefehlshaber der Italien-Armee.
10.5. Napoléon siegt in der "Schlacht von Lodi".
  Die "Verschwörung der Gleichheit", organisiert von Babeuf, wird durch dessen Verhaftung verhindert.
19.6. Der Austand der Vendée wird beendet.

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1797

14.1. In der "Schlacht von Rivoli" gelingt Napoléon der entscheidende Sieg gegen die Österreicher.
18.4. Vorfriede zwischen Frankreich und Österreich.
27.5. Der inhaftierte Babeuf wird wegen Verdachts auf Verschwörung hingerichtet.
4.9. Staatsstreich der Republikaner, um die wieder aufkeimende royalistische Gesinnung im Land zu unterbinden; Rückkehr des Terrors.
17.10. "Friede von Campo-Formio" zwischen Frankreich und Österreich.

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1798

11.5. Ausschluss der Jakobiner aus der Nationalversammlung.
19.5. Napoléons Aufbruch nach Ägypten.
21.7. Eroberung Kairos in der "Schlacht bei den Pyramiden".
1.8. Niederlage Napoléons gegen England in der Seeschlacht bei Abukir.
24.12. Russland und Großbritannien verbünden sich (= 2. Koalition).

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1799

12.3. Zweiter Koalitionskrieg gegen Frankreich.
Großbritannien, Russland, Österreich, Portugal, Neapel und Osmanen stellen sich gegen Frankreich.
Nach anfänglichen Erfolgen der Allianz, wird Österreich 1801 den Frieden von Campo-Formio bestätigen; GB wird 1802 mit Frankreich Frieden schließen (Friede von Amiens).
18.6. Staatsstreich der Jakobiner unter Lucien Bonaparte, dem jüngeren Bruder Napoléons.
9.10. Napoléon kehrt aus Ägypten nach Frankreich zurück.
9.11. Staatsstreich Bonapartes: die Nationalversammlung wird im Schloss von St.-Cloud festgesetzt; das Direktorium wird aufgelöst.
10.11. Napoléon wird Erster Konsul (ab 16.08.1802 Konsul auf Lebzeit, ab 02.12.1804 Kaiser Napoléon I.).
Der Beginn des Konsulats bedeutet gleichzeitig das Ende der Französischen Revolution.
12.12. Verabschiedung der "Konsulatsverfassung des Jahres VIII".
24.12. Inkrafttreten der Verfassung des Konsulats.
Alleinherrschaft Napoléons als Erster Konsul.
1804 wird sich Napoléon selbst zum Kaiser der Franzosen krönen.

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Hinweis:

Manch einer sieht die Kaiserkrönung Napoléons 1804 als das Ende der Französischen Revolution an.

Ich persönlich halte das Jahr 1799 für das richtige Ende der Revolution, da Napoléon als Erster Konsul bereits 1799 die Alleinherrschaft übernahm und damit dem eigentlichen Ansinnen der Revolution, die die Befreiung von Willkühr und Absolutismus forderte, widersprach.

Es sei jedoch jedem selbst überlassen, darüber zu urteilen.


 

 

rechtlicher Hinweis:
Texte (Copyright) © MariaAntonia 2008-2016

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