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Louis XV
« Le Bien-Aimé »

(15.02.1710 - 10.05.1774)



 *** Daten folgen ***

- 16. Februar 1723 Louis wird als Louis XV zum König von Frankreich gekrönt


Eine Braut für den König


Nach dem Ende des Krieges der Quadrupelallianz (1717-1720) zwischen dem
Königreich Spanien und den vier Großmächten Großbritannien, Frankreich,
Österreich und Niederlande (= Viermächtebündnis) sollte eine Verbindung von
Spanien und Frankreich den Frieden wiederherstellen.
Zu diesem Anlass wurden drei spanisch-französische Hochzeiten arrangiert:

• Louis XV mit Mariana Victoria, Tochter von Philippe V von Spanien

Louise Élisabeth d'Orléans, Tochter des Regenten, mit Luis, Prinz von Asturien, ältester Sohn des spanischen Königs

Philippine Élisabeth d'Orléans, Tochter des Regenten, mit Carlos de Borbòn, Sohn des spanischen Königs

Am 25.11.1720 hatte der französische Botschafter Saint-Simon für den noch
minderjährigen König Louis XV. um die Hand der drei-jährigen Infantin Mariana
Victoria de Borbòn angehalten. Auf der Fasaneninsel, auf der sich 1660 bereits
Louis XIV und seine Gattin Marie Thérèse das erste Mal trafen, fand der
Austausch der beiden Mädchen Mariana Victoria de Borbòn und Louise Élisabeth
d'Orléans statt.
Mariana Victoria erreichte Paris am 02.03.1721 und wurde mit großer
Begeisterung und diversen Feierlichkeiten empfangen und bezog im Louvre ihren
Wohnsitz. Sie wurde liebevoll Infante Reine genannt, da sie und ihr Bräutigam
nicht verheiratet werden sollten, solange die Prinzessin kein entsprechend reifes
Alter erreicht hat.

Der Hof und die Bevölkerung liebten die kleine Infantin. Nur der junge König mied
seine Braut wo es nur ging.
Laut den Briefen der 
Liselotte von der Pfalz, Mutter des Regenten, war
Mariana Victoria das "süßeste und hübscheste kleine Ding" und besaß für ihre
gerademal drei Jahre erstaunlich viel Witz.
Die Erziehung der zukünftigen Königin oblag 
Marie Anne de Bourbon, der
außerehelichen Tochter des Sonnenkönigs und dessen Mätresse 
Louise de La Vallière.

Im Februar 1723 wurde der 13-jährige Louis XV für volljährig erklärt und
übernahm damit die Regierung Frankreichs. Seine kleine Braut war zu diesem
Zeitpunkt gerade vier Jahre alt.
Das viel zu junge Alter der Prinzessin, deren Rolle als Königin darin bestehen
würde, Kinder zu bekommen, wurde schließlich zum Problem für den Fortbestand
der französischen Dynastie. Louis XV war der letzte direkte Erbe der Bourbonen;
ein Thronfolger war nun dringend erforderlich, andernfalls ginge die Thronfolge
im Falle des Ablebens des Königs an die Linie der Bourbon-Orléans über.
Dieser Umstand veranlassten den damaligen frz. Premierminister Louis Henri de
Bourbon, Prince de Condé, und dessen Mätresse Marquise de Prie, nach einer
älteren Braut für den König zu suchen. Man stellte also rasch eine Liste von 99
potenziellen europäischen Prinzessinnen zusammen, die als Braut und zukünftige
Königin von Frankreich in Frage kämen. Auf dieser Liste befand sich neben der
deutschen Prinzessin Karoline von Hessen-Rheinfels-Rotenburg (1714-1741,
später Gattin des Premierministers) und der Prinzessin Anne Charlotte von
Lothringen (1714-1773) auch Henriette Louise de Bourbon (1703-1772), die
Schwester des Premierministers. Er hoffte, über eine solche Verbindung mehr
Macht über den jungen König ausüben zu können.

Unter dem Einfluss seines Premierministers beschloss Louis XV am 11.03.1725
also, seine kleine Braut nach Spanien zurück zu schicken. Mariana Victoria verließ
Versailles am 05.04.1725.

Diesen Affront ließ das Spanische Königshaus jedoch nicht auf sich sitzen.
Die beiden damals des Friedens wegen nach Spanien gesandten Schwestern
Louise Élisabeth d'Orléans und Philippine Élisabeth d'Orléans wurden ebenfalls in
ihre Heimat zurückgeschickt und an der Grenze gegen Mariana Victoria
ausgetauscht.
Louise Élisabeth hatte am 20.01.1720 den spanischen Thronfolger Luis geheiratet
und an seiner Seite am 15.01.1724 den Thron Spaniens bestiegen. Die Ehe blieb
kinderlos und nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt starb der junge König
am 31.08.1724 an den Pocken. Louise Élisabeth lebte einige Zeit als junge Witwe
isoliert am kalten spanischen Hof. Als 1725 der französische Hof die Verlobung
Louis' XV mit der spanischen Prinzessin Mariana Victoria auflöste und die kleine
Braut nach Spanien zurückschickte, reagierte Spanien mit der gleichzeitigen
Rücksendung der "nutzlos" gewordenen Louise Élisabeth nach Frankreich.
Ihre Schwester Philippine Élisabeth ereilte ein ebenso trauriges Schicksal in
Spanien. Sie war als Braut für den spanischen Prinzen Carlos vorgesehen und
befand sich ebenfalls seit ein paar Jahren am spanischen Hof. Die Verbindung
wurde nun jedoch aufgelöst. 1728 sandte man auch Philippine Élisabeth nach
Frankreich zurück.

König Louis XV heiratete am 5. September 1725 schließlich die polnische
Königstochter 
Marie Leszczyńska.

Im Jahr 1745 konnte zudem der spanisch-französische Heiratszwist beigelegt
werden, als der Sohn des Königs, 
Louis Ferdinand, die spanische Prinzessin
Marie Thérèse Raphaëlle de Bourbon ehelichte.
Marie Thérèse Raphaëlle war die jüngere Schwester der einst verschmähten
Mariana Victoria.



Sonstige Informationen zu König Louis XV.:


            


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